Der Begriff Cloud Computing begegnet uns in diesen Tagen immer wieder und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Während die meisten Verbraucher wissen, wie sie Computer und Zubehör online kaufen können, haben nur die wenigsten eine Vorstellung davon, was eigentlich unter dem Begriff Cloud Computing zu verstehen ist.
Vereinfacht lässt sich dazu sagen, dass es sich hierbei um die Archivierung von Daten handelt. Dabei werden diese Daten allerdings nicht mehr auf lokalen Rechnern abgespeichert, sondern die Archivierung wird von Unternehmen sozusagen outgesourced. Das heißt, die Daten, die Unternehmen abspeichern müssen, werden nicht mehr im Unternehmen selbst aufbewahrt. Stattdessen mietet man sich einen Platz auf fremden Servern an und nutzt eine bestimmte Software, mit der die Daten entsprechend auf diese fremden Rechenzentren übertragen werden können.
Dabei gibt es neben der Private Cloud auch die Public Cloud. Der Zugriff zur Private Cloud erfolgt zumeist über ein firmeninternes Intranet. Somit kann nicht jeder auf die Daten zugreifen. Die Public Cloud dagegen ist heute sehr weit verbreitet und soll unter anderem dafür sorgen, dass jederzeit und überall Daten problemlos in diese „Wolke“ geladen werden können. Genauso hat aber auch jederzeit und Jedermann die Möglichkeit, auf diese Daten zuzugreifen.
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Probleme beim Datenschutz
Durch genau diese Public Cloud, die im Cloud Computing von so großer Bedeutung ist, kann es allerdings zu nicht unerheblichen Problemen mit dem Datenschutz kommen. Denn wer beispielsweise eine Brille online kauft, muss logischerweise sehr viele persönliche Daten preisgeben. Darunter Namen und Anschrift, Sehstärke, evtl. auch die Bankverbindung. Diese Daten müssen die Unternehmen, bei denen die Brille bestellt wurde, speichern und weiter verarbeiten, um die Bestellung ordnungsgemäß ausführen zu können.
Wenn das Unternehmen nun das Cloud Computing zur Datenspeicherung nutzt, kann es natürlich dazu kommen, dass die Server, auf denen die Daten gespeichert werden, im Ausland stehen. Da aber im Ausland andere Gesetze bezüglich des Datenschutzes bestehen, kann es hier zu Problemen kommen. Aus diesem Grund sehen auch deutsche Unternehmen das Cloud Computing als sehr schwierig an und treten dem Ganzen noch recht skeptisch gegenüber. Wenn überhaupt, käme für die allermeisten Unternehmen lediglich die Private Cloud in Frage oder eine Lösung, die die Daten nach wie vor In-House abspeichert.
Steuerliche Relevanz beim Cloud Computing
Das Cloud Computing betrifft aber auch steuerlich relevante Unterlagen. Soll deren elektronische Archivierung mit Hilfe einer Cloud erfolgen, so ist darauf zu achten, wo die Server stehen, auf denen die Daten gesichert werden. In aller Regel dürfen deutsche Unternehmen ihre steuerlichen Unterlagen nämlich nur im eigenen Land aufbewahren. Eine Archivierung im europäischen Ausland kann nur auf Antrag beim Finanzamt erlaubt werden. Werden für das Cloud Computing dagegen sogar Server genutzt, die außerhalb der EU stehen, so gelten dort oft gar keine Bestimmungen rund um den Datenschutz. Aus diesem Grund sollte gerade bei solchen Unterlagen derzeit noch auf das Cloud Computing verzichtet werden.
Ebenfalls ist noch immer fraglich, wie sicher die einzelnen Dienste sind. Denn eine Garantie dafür, dass die Daten nicht verloren gehen, ist das Mindeste, was deutsche Unternehmen vom Cloud Computing erwarten. Ohne diese Gewährleistung werden sie sich mit Sicherheit nicht darauf einlassen.
Foto: ©patti1902 / pixelio.de